Die Schulküche in Fakovici, Bosnien-Herzegovina

Nach einem einstimmigen Beschluss der ordentlichen Mitgliederversammlung im November 2012 unterstützen die Mitglieder und Spender des Vereins ein Sozialprojekt in Bosnien-Herzegovina (BiH), nämlich die Schulküche in Fakovici nahe Srebrenica. In Srebrenica ermordeten im Juli 1995 innerhalb von drei Tagen bosnische Serben unter Führung von Ratko Mladic über 8000 männliche Personen muslimischen Glaubens, anschließend vertrieben sie den Großteil der bosnischen Muslime aus diesem Gebiet.

Das neue Projekt
Das Dorf Fakovici liegt 25 km außerhalb der Kreisstadt Bratunac, im Grenzgebiet zu Serbien am Flussufer der Drina. Fakovici und die umliegenden Bergdörfer wurden im Krieg zwischen 1992 und 1995 stark zerstört, die Bevölkerung floh oder wurde vertrieben. Viele verloren ihr Leben. Durch die kriegsbedingte Zerstörung der Infrastruktur, der allgemeinen Verarmung, der Nähe zu Srebrenica, worauf sich der Verein aus gutem Grund konzentriert, sowie der isolierten geographischen Lage im Grenzgebiet ist die Gegend heute nur noch sehr dünn besiedelt und die Bevölkerung verarmt. Sichtbar wird dies z.B. daran, dass vor dem Krieg die Grundschule 420 Schüler/innen besuchten und Unterricht für die Klassen 1 – 8 angeboten wurde. In diesem Jahr sind es nur noch 28 Schüler/innen, die die Vorschulklasse und vier Grundschulklassen besuchen und dafür oft 4-6km Fußweg zurücklegen. Ab der 6. Grundschulklasse müssen die Kinder in die Kreisstadt Bratunac fahren.

Sehr schlechte soziale Situation
Die soziale Situation der in Fakovici lebenden Familien ist sehr schlecht. In der Mehrheit leben die Familien von Subsistenz-Landwirtschaft und seltenen Gelegenheitsjobs, etwa auf dem Bau. So haben 2/3 der Familien ein geringes und unregelmäßiges Einkommen, stehen nicht in einem verlässlichen, stabilen Arbeitsverhältnis und sind ständig vom Abgleiten in die Armut bedroht. Staatliche Sozialhilfe oder Arbeitslosenhilfe gibt es nicht. 1/3 der Familien der schulpflichtigen Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze. Bei diesen Kindern wurde bei einer medizinischen Untersuchung vor der Einrichtung der Schulküche Symptome von Unterernährung festgestellt.

Die Schulküche
Der Verein finanziert mit seinen Beiträgen eine Schulküche, die in der Grundschule von Fakovici eingerichtet wurde. Sie ist während des Schuljahres 9 Monate bzw. 180 Tage pro Jahr in Betrieb. Die Schüler/innen erhalten in der großen Pause eine warme Mahlzeit. Der Essensplan, der von einer Ernährungswissenschaftlerin aufgestellt wurde, entspricht den einheimischen Anforderungen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Die durchführende Organisation Golub koordiniert, organisiert und verwaltet die Schulküche. Die Nahrungsmittel werden im Rahmen des Möglichen von im Ort ansässigen Kleinbauern gekauft. Andere Nahrungsmittel müssen in der Kreisstadt zugekauft werden. Eine Köchin ist angestellt, erhält ein angemessenes Gehalt, ist somit sozialversichert und kann zur Versorgung ihrer eigenen Familie beitragen. Die Köchin bereitet das Mittagessen vor, betreut die Kinder beim Essen... Zwei weitere Frauen kaufen die Lebensmittel ein und erledigen verschiedene Verwaltungsaufgaben.

Das Gesamtkonzept: Drei Vereine arbeiten eng zusammen
Der Freundeskreis Kinder in Not e.V. engagiert sich nicht allein in Fakovici.
Der Verein Pharos e.V. (Stuttgart) wird in dieser Region ein ökonomisches Projekt (Himbeer-Genossenschaft) etablieren, das den Eltern der Kinder langfristig verlässliche Einkommen ermöglichen soll.
Der internationale christliche Friedensdienst EIRENE Niederlande führt in der Grundschule Fakovici sowie in der weiterführenden Schule in Bratunac Trainings in gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg durch; Ziel ist es, die durch den Krieg geschürten religiösen und ethnischen Vorbehalte innerhalb der Familien und des gesamten Gemeinwesens abzubauen und neues Vertrauen sowie neue Verständigungswege zu schaffen. An diesen Kommunikationstrainings nehmen Schulkinder sowie deren Eltern teil.
Die drei Vereine arbeiten eng zusammen und haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Den Menschen (Kindern wie Erwachsenen) in dieser vom Krieg sehr stark getroffenen Region Mittel an die Hand zu geben und Wege zu eröffnen, die es ihnen ermöglichen, langfristig ein materiell sicheres, selbständiges und würdevolles Leben zu führen.

Veränderungen im Verein: neuer Name
Die neue Zielsetzung des Vereins hat amtsgerichtlich einen neuen Namen erforderlich gemacht: Wir heißen nun „Freundeskreis Kinder in Not e.V.“
Die ordentliche Mitgliederversammlung hat am 25. November 2012 einen neuen Vorstand gewählt:

Vorstandsmitglieder

Otmar Leibold, Kassel (Vorsitzender)
Paola Compagna, Ahnatal
Christiane Conradi, Kassel
Harald Fischer, Kassel
Thorsten Prinz

Internet:
www.freundeskreis-kinder-in-not.de ...

Kontakt:
Wenn Sie weitere Informationen wünschen, lassen Sie uns dies bitte wissen. Bitte sprechen Sie auch weitere Menschen an, dieses Projekt zu unterstützen oder dem Verein beizutreten.
Kontakt über Otmar Leibold, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationsveranstaltung für Mitglieder und Interessierte
Im Laufe des Jahres ist eine Informationsveranstaltung für Mitglieder und Interessierte geplant, die eine ausführlichere Darstellung des Projektes sowie Hintergrundinformationen zur besonderen politischen, sozialen und religiösen Situation von BiH vor und nach dem Krieg und dem daraus resultierenden Einsatz des Vereins gerade in dieser Region verdeutlichen soll.

Bankverbindung:
Ev. Kreditgenossenschaft Kassel (EKK)
Kto Nr. 949
BLZ 520 604 10